Die könnte die Fortsetzung der Geschichte "Spuren des Winters" sein.
Man wundert sich!
Meine Eltern und mein Mann trafen sich im Garten. Wir haben die Gärten nebeneinander, so dass man gemeinschaftlich in der Erde buddeln kann. Zur Mittagszeit kam meine Mutter, die stets um das Wohl der gesamten Familie bemüht ist, auf die Idee für alle zu kochen. Aber - oh Schreck. Die Geräteschnur von der Herdplatte war im Herbst mit nach Hause genommen worden um sie vor kleinen spitzen Mäusezähnen zu schützen, die sich im Winter in die Laube knabbern könnten, und vor den Spitzbuben, die sich weniger „einknabbern“ sondern eher brutal eintreten, und dann mit elektrischen Geräten einen Laubenbrand verursachen könnten. Kein Problem, dachte mein Vater, sehe ich mal bei „Nachbars“ nach, also bei uns, ob die eine haben. Wir haben, aber nur ich weiß wo die ist und ich war nicht da. Die Schnur an unserer Herdplatte (2 Platten!) ist fest installiert, kann also nicht mitgenommen werden. Familienrat. „Dann koch doch das Essen in unserer Laube“, meinte mein Mann, um die Idee dann sofort zurück zu nehmen. „Ach nein, da ist noch nicht aufgeräumt, da kann man noch gar nicht richtig treten.“ Es wurden weitere Überlegungen angestellt, bis mein Vater auf die Idee kam: „Fahre ich halt Fischsemmeln holen. Das ist auch ein schönes Mittag.“ Fischsemmeln gab es keine, so holte er Wurstsemmeln.
Ich hörte mir die Geschichte von meiner Mutter an und verstand die Welt nicht mehr. „Warum habt Ihr Euch denn nicht unsere Herdplatte zum Kochen in Eure Laube geholt?“ fragte ich, leicht irritiert über den Ausgang der Geschichte. „Ja“, sagte sie, „als wir beim Essen waren, fiel uns diese Lösung auch ein.“
Da kann man doch auf die Idee kommen, dass ein leerer Magen Defizite im Hirn verursacht. Für Sauerstoff im Blut hat er auf jeden Fall gesorgt, denn wir haben im Nachhinein herzlich darüber gelacht.
Donnerstag, 16. April 2009
Seit 37 Jahren gehöre ich dazu, zu den Erwachsenen. Am 16.04.1972 hatte ich Jugendweihe. Das Ernüchternde an diesem Tag war, dass sich nichts änderte. Die Lehrer sagten weiter "Du" zu uns und wir wussten immer noch nicht, ob wir Fisch oder Fleisch sind. Das nennt man Pupertät.
Dann ist viel passiert, familär und beruflich. Plötzlich wurde ich 50 und was war? Meine ganze Verwandschaft redete mir ein, dass ich nun in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen würde. ???
Aber auch diesmal gab es keinen großen Plautz, die Welt dreht sich immer noch rechts herum und die große Klimakatastrophe werde ich nicht mehr erleben.

Also was soll's. Genieße jeden Tag live, so wie er ist.
Einen schönen Tag an alle, die dies lesen.
Samstag, 4. April 2009
Wieder mal bin ich beim Wochenend-Einkauf. Ich stehe an der Käsetheke und verlange meine Käsesorten. Abschließend sage ich: "und 150 g Ziegenkäse, von den Scheiben". Dieser Käse sieht, im Gegensatz zu den Kuhkäsesorten weiß aus. Die Verkäuferin sieht mich etwas komisch an, sagt aber nichts, sondern bedient mich. Kurz denke ich: 'was isn jetzt? Habe ich was Falsches gesagt?' Dann habe ich das Thema auch schon wieder vergessen, nehme meinen Käse und gehe an den Fischstand. Die Verkäuferin läuft auf der anderen Seite der Ladentafel mit mir mit. Aus hygienischen Gründen ist zwischen Wurst/Käsetheke und der Fischtheke eine Glastür. Für Verkäuferinnen trifft die Trennung nicht zu. Die verkaufen alles. Ich verlange zwei Scheiben Pangasiusfilet in Mais/Tandori eingelegt. Da platzt es aus der Verkäuferin raus: "Wollen Sie das Zeug wirklich essen? Gucken Sie sich das doch mal an, wie das schon aussieht! Das kann man doch nicht im Ernst essen wollen!" Ich bin verwirrt. "Tandori kenne ich und Mais auch", stammle ich vor mich hin. "Also nee, das sieht schon die ganze Woche so eklich aus". Ich überlege kurz und disponiere um. "Na gut, da nehme ich eben Pangasius Madagaskar." Das rückt sie bereitwillig raus.
Draußen, beim Einpacken geht mir alles noch mal durch den Kopf. Plötzlich muss ich laut los lachen. Mein Mann sieht mich verwundert und fragend an. Ich erzähle ihm alles und weiß nun auch warum sie mich beim Ziegenkäsekauf schon so komisch angesehen hat. Den isst sie also auch nicht und wollte mich beim Fisch von weiteren Geschmacksverirrungen fern halten. In Zukunft werde ich wohl erst fragen, was der Verkäuferin so schmeckt. Sonst frage ich immer meinen Mann, was er am Wochenende essen will. Ja, mein Lieber, die Zeiten sind vorbei, jetzt entscheidet das Verkaufspersonal was uns schmeckt
Mittwoch, 1. April 2009
Kaum sind die ersten Sonnenstrahlen, die sich ja bekannterweise dieses Jahr alle Zeit der Welt nahmen um mal wieder hier vorbei zu sehen da, muss man feststellen, dass der sehr strenge und lange Winter 2008/2009 für die Menschheit nicht ohne Folgen geblieben ist. Gestern früh starteten wir bei -0,2 Grad in den frischen Tag. Am Nachmittag hatten wir es immerhin auf 13 Grad gebracht (das heißt, die Sonne hatte es so weit gebracht), da sitzen doch tatsächlich die ersten Leute, meist Jugendliche, in kurzen Hosen und T-Shirt in der Straßenbahn. Das wäre doch mal ein neues Forschungsthema: „Die Auswirkung von winterlichen Temperaturen in der Spannbreite von -20 Grad (kältester Tag des Winters) bis + 8,0 Grad (zum Frühlingsbeginn) auf das Kältegefühl des Homo Sapiens (
Mensch).insbesondere die Veränderungen im menschlichen Hirn.“
Auf geht’s, liebe Wissenschaftler.