In Dresden steht vor dem Rathaus ein Denkmal der
Trümmerfrau.
Dieses Denkmal ist den Frauen Dresdens gewidmet, die nach dem Zweiten Weltkrieg die Stadt enttrümmerten und so den Grundstein für den Wiederaufbau dieser Stadt legten. Die meisten Männer waren aus dem Krieg (noch) nicht zurückgekommen.
Gestern fuhr ich mit der Straßenbahn an diesem Denkmal vorbei. Rund um das Denkmal ist immer schön bepflanzt, so dass man gern hin schaut. Über den Sinn des Denkmals denken wohl die Wenigsten nach. Für viele scheint die Zeit zu weit weg, oder sie wissen nicht um die Bedeutung.
Neben mir saßen zwei ältere Damen, die auf dem Weg zum Kaffeekränzchen waren. Plötzlich sagt die eine Dame: " Wenn ich hier vorbei fahre, sehe ich mich immer selber stehen. Genau so war es." "Wie?", fragt die andere. "Na so. Die Kleidung, das Kopftuch, der Hammer, genau so sah ich och aus." "Hmm, das weß ich ni mehr, meine Schwester is wohl so rum gelofen." Ich war überrascht. Kann man so etwas wirklich vergessen? Oder war sie noch zu jung, damals, nach dem Krieg und hat nicht mit enttrümmert?
Auf alle Fälle konnte oder wollte sie sich nicht erinnern, trotz des Denkmals.
Dass irgendwo in der Innenstadt ein Käffchen auf sie wartete wussten zum Glück beide noch. Sie stiegen an der Haltestelle Prager Straße aus und hatten schon längst ein anderes Thema. Ich grübelte noch bis Postplatz. Dann stieg ich aus und lief neuen Geschichtchen entgegen.