Donnerstag, 29. November 2007
Wenn Du kündigst trifft Dich Schlimmes Geschrieben von Birgit Döring
in Absurdes um
21:01
Kommentare (0) Trackbacks (0) Wenn Du kündigst trifft Dich Schlimmes
wir hatten eine Unfallversicherung bei Deutschlands meistgewähltem Direktversicherer, die wie üblich, von Jahr zu Jahr teurer wurde bei gleichbleibenden Leistungen. Also sucht man sich einen anderen Anbieter, der auch erst mal wieder niedrig rein geht, um Jahr für Jahr den Beitrag zu erhöhen. Aber bis dahin kann man erst mal wieder ein paar Jahre dort bleiben. Also haben wir, arglos, die alte Versicherung gekündigt. Zuerst kam die Bestätigung der Kündigung und dann kam ein zweiter Brief. In diesem wurde uns klar gemacht, welcher Fluch uns treffen könnte, wenn wir diese Versicherung tatsächlich kündigen.
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Mittwoch, 21. November 2007Wer ist Melba?Also machen wir das Beste draus und gönnen uns zur Feier des Tages eine Torte. Pfirsich-Melba-Torte. Die sieht nicht nur lecker aus sondern schmeckt auch so. Ich bin gerade beim Dekorieren als mein Mann kommt und mich mit der Frage verblüfft: "Und wer davon ist Melba?" Also, ich war tatsächlich überfragt. Aber zum Glück gibt's ja Internet. Und da findet man (fast) alles. Hier eine kleine Nachhilfe, für die, die genauso unwissend sind wie ich. http://de.wikipedia.org/wiki/Pfirsich_Melba Und hier lernen wir, dass die Frage "wer" durchaus richtig war. Männliche Intuition? Montag, 19. November 2007
Mensch macht uns nicht peinlich Geschrieben von Birgit Döring
in Feierabendgeschichten um
20:57
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Ich bin heute etwas später als gewöhnlich mit der Straßenbahn zu einem Außentermin gefahren. Die morgendliche, mir bekannte Verschlafenheit der Fahrgäste war längst verflogen. Vier Schulklassen gleichzeitig in der Bahn! Alle Kinder waren zwischen 8 und 9 Jahren alt und soooo munter. Das war vielleicht ein Geplapper. Vor mir saßen drei Knirpse, zwei Mädchen und ein Junge, und trällerten die schönsten Stimmungslieder. Gar nicht mal schlecht. Textsicher, Melodie und Tonart stimmten. Wunderbar, dass es so etwas heute noch gibt. Seit mein Sohn weit jenseits der Schulzeit ist und die Enkel noch nicht in Sicht sind, hat man irgendwie die Verbindung zu dieser Altersklasse verloren. Natürlich ging's nicht gerade leise zu. Aber komischerweise hat mich dieser Lärm weniger gestört, als die Geräusche aus MP-3 Playern, die mir sonst aufgezwungen werden. Das beweist mir, dass Kinderlärm naturgemäß mehr zu unserem Leben gehört als der neuartige Kunstlärm.
Hinter mir saßen auch drei Knirpse. Die fanden die Kultureinlage ihrer Klassenkameraden nicht so komisch. Einesteils trällerten sie zwar mit, dann kamen aber wieder Beschwerden:“Eh, hört doch mal auf zu singen!“ Und dann kam für mich der Satz des heutigen Tages: „Mensch, macht uns nicht peinlich.“ Der Satz ist einfach herrlich. Wie oft möchte man ihn als Erwachsener anderen zurufen? Da fallen mir in Dresden gleich ganz viele Beispiele ein: Waldschlößchenbrücke und Unesco-Weltkulturerbe, Operettenhaus, neues Gewandhaus, Postplatzgestaltung, Dynamostadion, Eissporthalle, Kulturpalast... Zu jedem Stichwort gäbe es peinliche Geschichten zu erzählen. Leider sind die dafür Verantwortlichen noch nie mit Schulklassen in einer Bahn gefahren und haben das Volk von morgen belauscht. Und das Ende vom Lied bzw. der Geschichte? Es gibt keins. Die Vorderen haben sich von den Hinteren nicht beeindrucken lassen und weiter gemacht. Ich saß mittendrin und bin unterwegs ausgestiegen. Donnerstag, 15. November 2007Lärmschutz
Eine gute Bekannte von mir kam heute früh „freudig“ erregt zur Arbeit, weil sie auf der Pfotenhauer Str. geblitzt wurde. Dort ist Tempo 30 wegen Lärmschutz. ‚Na und?’, werden jetzt einige denken, da muss man sich eben mal danach richten. Macht ja irgendwie Sinn am Krankenhaus.
Das ist richtig. Komisch wird die Sache erst, wenn man weiß, dass seit über einem Jahr auf der Fetscherstraße - diese führt auch am Krankenhaus vorbei - gebaut wird, was täglich mit riesigem Lärm verbunden ist. Der Bagger ist im Dauereinsatz. Man fragt sich, ob das ein Wettbewerb ist; wer zuerst den Äquator erreicht darf die letzte vergessene Strippe in den gebuddelten Graben legen. Auf alle Fälle ist es Baulärm pur, und wie es scheint, endlos. Der zweite lustige Fakt ist die zu erwartende Waldschlößchenbrücke. Gut, drüber darf man dann auch nur mit 30 km/h. Aber mit welcher Geschwindigkeit darf man, an der Uniklinik und am Herzzentrum vorbei, auf die Brücke zupreschen? Da kann man doch glatt mal wieder über Sinn und Unsinn nachdenken. P.S. Der letzte Hammer des Tages war ihr Horoskop: "Ihre Vergnügungslust ist geweckt. Beziehen Sie Ihren Partner mit in Ihre Aktivitäten ein, dann werden Sie gemeinsam viel Spaß haben." Also wenn heute jemand des Nachts ein Auto mit zwei Personen durch die Pfotenhauer Str. rasen sieht ... Mittwoch, 14. November 2007
Statt Skatermutter Schwimmvater gesucht Geschrieben von Birgit Döring
in (Un)sportliches um
17:55
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Im Wochenkurier vom 14.11.2007 ist unter der Überschrift "Skatermutter fragt: Kein Herz für uns?" ein Artikel von Claudia Dahlke zu lesen. In diesem wird die Stadt angemeckert, dass die "städtische Konzeption für die Förderung und Weiterentwicklung von Inliner-Flächen und -arealen" statt 2004 erst im Juli 2007 fertig wurde. Weiterhin wird bemängelt, dass die Stadt nicht weiß, dass sie nicht 16 sondern nur 10 Skateranlagen hat. Ich wäre mit 10 durchaus zu Frieden. Nämlich mit 10 Schwimmhallen in Dresden.
Ich habe einen Traum. Eine Schwimmhalle in der man einfach nur so etwas für seine Gesundheit tun kann, völlig ohne Knie- und Ellenbogenschützern sowie ohne Sturzhelm. Eine Schwimmhalle, in der ich nicht voller Spaß die Rutsche runter, auf pluppernden Whirlpools rum sitzen oder mich vom Springbrunnen berieseln lassen muss. Eine Schwimmhalle, in der nicht gefühlte 150 Leute gleichzeitig mit mir im Wasser sind, weil es in Dresden nur zwei "einfache" Hallen gibt. Eine Schwimmhalle, in der man ohne notwendigen Polizeischutz, ohne Ordner und ohne Krankenwagen, der vorsorglich mit fährt (oder mit schwimmt). schwimmen kann. Ich würde in dieser Schwimmhalle auch ganz bestimmt nicht den Autoverkehr lahm legen und Hunderten anderen Leuten mein Hobby aufzwingen, in dem diese wegen meines Spaßes Einschränkungen im öffentlichen Verkehrsraum hin nehmen müssen. Es wird ein Traum bleiben. Frau Stadträtin Lässig ist die zitierte Skatermutter. Sie will nun "das Problem der mangelnden Liebe zu den Skatern noch einmal aufrollen." Vielleicht findet sich im Stadtrat ja mal ein Schwimmvater, der das Problem der mangelnden Liebe zu Schwimmern aufrollt. Montag, 12. November 2007Wie wird man reich?
Diese Frage beschäftigt wohl jeden von uns. Lernen kann man das von der Telekom.
Irgendwann hatte mich das Internet mehr gepackt, als mein Modem hergab. Also recherchierte ich, welcher Anbieter für meine Verhältnisse günstig sein könnte und kam, mich hat es selbst verwundert, bei der Telekom heraus. "Wie wird man reich?" vollständig lesen Mittwoch, 7. November 2007
Novembertag Geschrieben von Birgit Döring
in Feierabendgeschichten um
19:53
Kommentare (0) Trackbacks (0) Novembertag
Es ist ein Novembertag wie er im Buch steht. Regen, Wind, Kälte. Ausgerechnet heute hat der Bus nur rote Ampeln und die Bahn kommt zu zeitig. Hohes Verkehrsaufkommen für den Bus. Eigenes Gleisbett für die Bahn. Offensichtlich sind alle Jogger und Radfahrer bei diesem Wetter zusätzlich, zum normalen Verkehr, mit dem Auto gefahren. Feiglinge.
Also klappt der Anschluss nicht. Alle drängen sich in das Wartehäuschen. Wartehäuschen! Ein Witz ist das, was haben diese Dinger noch mit Häuschen gemein? Ein Glasdach mit zwei gläsernen Seitenwänden, die für irgendwelchen Krempel Werbung machen. Dem Erfinder dieser Fahrgastoffenställe sollte man ein Denkmal setzen. Auf dem Postplatz zum Beispiel. Nun fängt doch nicht etwa noch Einer an zu rauchen! Komischerweise verlassen alle fluchtartig den Unterstand. Niemand bringt den Mut auf, den Qualmer ins Mistwetter zu schicken. Wieso eigentlich? Keine Ahnung. Als alle, außer Einem, ausreichend nass sind, kommt eine Bahn. Nicht mal so voll, wie zu befürchten war. Die Bahn fährt an der Tankstelle vorbei. 1,45 € pro Liter Benzin! Man möchte glauben, wegen des Wetters. Weil nun alle mit dem Auto fahren und somit bald tanken müssen. Zu Hause angekommen weiß ich, warum die Benzinpreise so hoch sind. Damit die Radiosender mal wieder ein neues Thema für die Berichterstattung haben. Mittwoch, 7. November 2007
Die Bahn bestreikt sich selbst Geschrieben von Birgit Döring
in Reisen um
19:14
Kommentare (0) Trackbacks (0) Die Bahn bestreikt sich selbst
Ich war mal wieder auf Dienstreise. Und wenn einer eine Reise tut..., vor allem, wenn er Zug fährt.
Schon die Hinfahrt am Sonntag war ein Genuss. Bayern hatte Ferienende. Die Züge waren übervoll und ich musste nach Augsburg. Das Bahnpersonal war unterschiedlich nett, die letzte Zugbegleiterin ab Nürnberg war ausgesprochen unnett. "Die Bahn bestreikt sich selbst" vollständig lesen Freitag, 2. November 2007Dialektisch
In der Morgenpost Dresden vom 30.10.07 ist als Schlagzeile zu finden:
"Bohlens Sachsen-Mobbing: Warum verhöhnen uns alle?" Dann lese ich, dass Bohlen mit einem blöden Spruch die Sachsen verhöhnt hat - Morgenpost berichtete. Mist, nun weiß ich gar nicht, wann das war, weil ich das Blatt nicht regelmäßig lese. Abgesehen davon: Intelligente Sprüche von Bohlen? Nun kommen einige fiese Beispiele, wo es immer auf die armen Sachsen geht: 2005 durch Stefan Raab, 2003 durch Harald Schmidt, 2002 durch das Satiremagazin "Titanic". Selbst 2001 war Gregor Gysi gegen sächsisch. Also alles in allem, alles hochaktuelle Beispiele. Dann wird noch Dr. Rainer Hünecke, Germanist und Experte für Sprachgeschichte der TU Dresden befragt und er weiß: "Im Laufe der Jahrhunderte verlor der sächsische Dialekt an Sprachprestige. Das hatte gesellschaftliche und auch politische Ursachen." Aha. Na zum Glück gibt's auch Tom Pauls, Wolfgang Stumpf und Uwe Steimle. Alles Sachsen und keiner kann's leugnen. Trotzdem sind sie berühmt, oder gerade deshalb. Eines ist jedenfalls sicher, liebe Schbrochginstler, Ihr gennt Eich noch so mühn. Säggssch gricht nur e Saggse hin. Außerdem welches sächsisch wollt Ihr denn parodieren? Der Leipziger spricht anders als der Dresdner und der Chemnitzer erst! Von den vielen Zwischenregionen ganz zu schweigen. Warum soll man sich auch wegen seiner Muttersprache verbiegen? Kein Bayer käme auf die Idee. Sein Hochdeutsch hat einen bayrischen Akzent. Und meines hat einen sächsischen. Ich kann es nicht ändern und will es eigentlich auch gar nicht. Ich stelle immer wieder fest, dass viele der sächsischen Wörter, die ich noch von meiner Uroma kenne, leider aus dem Sprachgebrauch verschwunden sind. Schade. Vielleicht gibt es irgendwann im Bildungsfernsehen eine Sendung "Dialekte for you". Nun bin ich aber vom Weg abgekommen. Zurück zum Artikel. Da steht im letzten Absatz: "So war schon im DDR-Fernsehen immer der der Dumme, der sächselte, während der Gewiefte berlinerte und der Fremde schwäbelte." Hmm, also schwäbeln tat im real existierenden Sozialismus höchstens die West-Oma und da kann ich mich an keinen Film erinnern, wo die mit gespielt hätte (es sei denn es war eine der wenigen Kooperationen DDR-BRD). Und der Dumme sächselte? Ein nachträgliches Lob an die Filmemacher. Die Filme waren gut. Manche haben sie bis heute nicht begriffen. |
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