Da merkt man erst mal, wie abhängig man vom Internet ist. Vor 19 Jahren habe ich meine beiden, damals mir unterstellten Kolleginnen an den Computer "geprügelt". Sie waren es gewöhnt, mit der guten alten Buchungsmaschine zu buchen. Da hat man wenigstens noch gesehen, was auf der Kontenkarte passierte. Was der Computer macht, war auch damals kaum zu erahnen, wenn man so ein armer User (damals noch Computernutzer) ist. Ich gebe zu, auch ich vermisse die Kontenkarten, das Journal und die Buchungsmaschine. Übrigens, wer noch mal eine sehen will, muss zum Beispiel ins DDR-Museum Radebeul gehen. Da geht einem alten Buchhalter das Herz auf! Aber das ist eigentlich ein ganz anderes Thema. Zurück zur Zeitschiene:
Vor 13 Jahren bekam ich dann meinen ersten eigenen Computer für die tägliche Arbeit. Na, ja. Der wurde vorerst nur als elektronische Schreibmaschine genutzt. Da fällt mir ein - eine echte elektronische Schreibmaschine hatte ich zwischendurch auch mal. Da konnte man im Display verfolgen, was man schreibt und wenn das fehlerfrei war, wurde "Enter" gedrückt und der Satz war zu Papier gebracht. Dann konnte das ganze noch auf Diskette gespeichert werden. Die technische Revolution schien den Höhepunkt erreicht zu haben, zumindest für "kleine Büromäuse" (nicht negativ abwertend gemeint).
Es begann das Internetzeitalter am Arbeitsplatz. Aus Sicherheitsgründen wurde ein zweiter Computer im Zimmer aufgestellt, mit Extraleitung, um sicher zu stellen, dass kein böser Bube die Betriebsdaten ausspioniert. Das ist nur 10 Jahre her.
Und heute? Wie wird das Wetter? Schau'n wir mal schnell im Internet. Wie komme ich nach Feierabend schnell nach Hause? Internet! Das neueste Gesetz ist im Umlauf mal wieder eigene Wege gegangen - kein Problem - Internet. Wie haben wir früher bloß gelebt? Und unsere Vorfahren erst? Die ARMEN! Oder waren die gar nicht so arm? Die mussten sich noch mit dem Nachbarn unterhalten, wenn sie mit tratschen wollten. Abends wurden Geschichten erzählt und Lieder gesungen. Das war, bevor die Flimmerkiste die Wohnzimmer eroberte. Ja, man könnte ewig weiter philosophieren.
Dabei wollte ich nur bemerken, dass man von meinem Sohn lange nichts mehr gehört hat. Und warum? Er hat zurzeit kein Internet! Aber bald wird er sich wieder in die w(eite) w(eite) w(elt) einklickern können. Und dann gibt's auch wieder neue Gedanken zur Welt.