„Mutti, was sind denn das für Stangen am Haus da?“ „Das ist der Blitzableiter, der verhindern soll, dass bei Gewitter ein Blitz einschlägt und unser Haus abbrennt.“ So oder ähnliche „Lehrgespräche“ dürfte jedes (DDR-) Kind mit seinen Eltern geführt haben. 10 Jahre nach der Wende
zogen wir in ein 1993 gebautes Haus ein. Beim ersten Gewitter fiel es mir auf. Ich hatte am ganzen Haus noch keine Blitzableiter gesehen. Nach dem Gewitter lief ich um den ganzen Block. Wo haben die die Dinger bloß angebracht? Die haben doch nicht etwa daran gespart? Ich startete große Umfragen im Bekanntenkreis und in der Fachpresse. Ich musste erfahren, dass das, was in der DDR galt, mal wieder alles Quatsch war und dass die Wirksamkeit der Blitzschutzanlagen sowieso von (westdeutschen? amerikanischen?) Wissenschaftlern in Frage gestellt wird, und dass man sich da das Geld sparen kann. Also doch eine Sparmaßnahme. Aber berechtigt? Meine Zweifel blieben. Zumal bei mir im Laufe der Jahre die gefühlten Blitzeinschläge zu nehmen. Vielleicht liegt es aber auch nur an meinem fortgeschrittenen Alter und der zunehmenden Schreckhaftigkeit?
Erst kürzlich bestätigte mir ein Mitarbeiter der TU Dresden, dass die Wirkung eines Blitzableiters nicht erwiesen ist. Und die Wirkungslosigkeit?
Umso verblüffter war ich heute über diese Meldung:
„Ein Blitzeinschlag kann einen Hausbrand verursachen. Der Verband Privater Bauherren rät deshalb zu Vorsichtsmaßnahmen: Eine Blitzschutzanlage am Haus kann Schäden verhindern.“
Was denn nun? So ganz ohne Wissenschaftler?