Vor einem Jahr haben wir uns für die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden eine Jahreskarte zugelegt. Erstaunt waren wir schon. Die letzte Jahreskarte, für 2005 erworben, kam 20,00 €, die für 2008 ebenfalls 20,00 €. Irgendetwas stimmte da nicht. Und richtig! Von 12 Museen, die den Staatlichen Kunstsammlungen angehören, ist das Historische Grüne Gewölbe von vornherein ausgeschlossen, das Kupferstichkabinett ist nur für Sonderausstellungen geöffnet, die Neuen Meister sind seit 2006 wegen Renovierung und der Mathematisch-Physikalische Salon ist bis 2010 geschlossen.
Ein interessierter Dresdner kennt natürlich in der Regel die Museen seiner Stadt. Interessant sind daher für uns die Sonderausstellungen. Aber da muss man zuzahlen. Wir mussten dieses Jahr im Schloss Pillnitz und im Museum für Volkskunst jeweils 1,00 € zuzahlen. Eine weitere Sonderausstellung für 2,50 € Zuzahlung interessierte uns nicht.
Gut, 1,00 € ist zu verschmerzen, zumal der 1,00 € im „Museum für Volkskunst“ nicht um sonst ausgegeben war, der im Schloss Pillnitz schon. Es sollte eine Ausstellung über Chinesische Gärten zu sehen sein. Also, uns blieb der künstlerische Sinn und Wert verborgen.
Am Samstag sind wir mal wieder ins „Neue Grüne Gewölbe“ – auf Jahreskarte. Obwohl man die Exponate schon „kennt“ sind sie immer wieder schön anzusehen. Mehr noch interessieren mich aber die Besucher der Museen. So sagte eine Frau zu ihrem Mann: „Was soll denn das? Man sieht doch in diesem Museum alle Kunstschätze. Ich dachte, die sind alle im Historischen. Was gibt’s denn DA noch zu sehen?“ Recht hat sie. Das "Neue Grüne Gewölbe" ist schlicht in der Ausstattung, dafür wirkt jedes einzelne Stück besonders schön. Das "Historische Grüne Gewölbe" wirkt als Gesamtkunstwerk. Dafür muss ich aber Karten vorbestellen und bezahle 11,50 € pro Person, ab Juni 2009 sind es sogar 12,00 €. Ich gebe zu, dass mich das nur stört, weil ich Dresdner bin. Wäre ich hier als Tourist unterwegs, würde ich das Geld wahrscheinlich ausgeben. Hindern könnte mich nur das Bestellsystem, weil ich ein spontaner Mensch bin. So hatte auch das Schloss Neuschwanstein Pech mit mir und musste auf meinen Besuch verzichten. Wir hatten keine Karten vorbestellt.
Lange Geschichte - kurzer Sinn. Der eigentliche Aufreger kam erst nach unserem Museumsrundgang. Wir hatten gesehen, dass es eine Sonderausstellung „Goldener Drache – weißer Adler“ im Schloss gibt. Sonderausstellung, also Zuzahlung. Ich ging an die Information und fragte, wie viel wir denn mit Jahreskarte zuzahlen müssten. „4,50 €“ kam die schnippige Antwort. „Viereurofünfzig!“ wiederholte ich erstaunt. Das gesamte Kombiticket für das "Neue grüne Gewölbe", die Sonderausstellung im Kupferstichkabinett sowie besagte Sonderausstellung kam 8,00 €, das "Neue Grüne Gewölbe" ohne Sonderausstellungen kostet normalerweise 6,00 €. Da darf man schon mal erstaunt sein. Die Dame in der Information erklärte mir dann sehr kompetent und unhöflich, dass die Leute immer alles umsonst haben wollen, wir seien da sehr verwöhnt, die Jahreskarte sei ja nicht für Sonderausstellungen, alle wollen immer nur nichts bezahlen… Mir verschlug es die Sprache.
Als ich es meinem Mann erzählte meinte er nur, „wenn diese Ausstellung genauso ein Quark ist wie die Chinesischen Gärten, könn’se mich im Busche suchen“.
Wir sind nicht in den Busch, sondern nach Hause gefahren. So werden wir wohl nicht erfahren, ob es sich um „Quark“ oder eine lohnenswerte Ausstellung handelt.
Die nächste Jahreskarte kaufen wir für den Zoo. Da gibt es keinen Zusatzeintritt, weil aus dem Winterschlaf erwachte Tiere im Sommerhalbjahr zusätzlich zu sehen sind. Der Zookasper ist kostenlos inbegriffen und immer wieder sehenswert, auch für Erwachsene.